Der Rotkreuz-Fackellauf erinnert an den Ursprung der weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Er führt zurück zur Schlacht von Solferino im Jahr 1859, deren erschreckende Folgen den Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant zur Gründung einer weltweiten humanitären Bewegung, dem Roten Kreuz, inspirierten.
Als Symbol für Hoffnung, Menschlichkeit und Solidarität wird die Fackel jedes Jahr von Rotkreuz-Gliederungen als „Fiaccolata“ quer durch Europa nach Solferino getragen. Dabei steht sie zugleich für die Verbundenheit aller Menschen, die sich den Grundsätzen des Roten Kreuzes verpflichtet fühlen.
Am Samstag, den 06. Juni 2026, übernahm unser DRK-Kreisverband, neben zehn weiteren Kreisverbänden aus Baden-Württemberg und der Württembergischen Schwesternschaft, im DRK-Landesmuseum Geislingen die Rotkreuzfackel.
Für den DRK-Kreisverband Nürtingen-Kirchheim/Teck war dies Anlass, jenen Menschen eine Stimme zu geben, die diese Werte täglich mit Leben füllen.
Unter dem Motto „Für was brenne ich?“ hielten Mitarbeitende sowie Ehrenamtliche des DRK-Kreisverbandes Nürtingen-Kirchheim/Teck e. V. und seiner Tochtergesellschaften ihre persönlichen Beweggründe auf Postkarten fest. Auf die Karten schrieben sie stellvertretend für die vielen Menschen im Kreisverband auf, was sie antreibt und motiviert. Der „Rote Faden“ dabei war der Wunsch, die gemeinsamen Wurzeln von Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt, die das Deutsche Rote Kreuz seit Generationen prägen, nicht zu verlieren – die Karten wurden danach, entsprechend an einer roten Schnur aufgereiht, an der Fackel befestigt.
Heike Gönninger, Katastrophenschutzbeauftragte des DRK-Kreisverbandes Nürtingen Kirchheim/Teck, beschrieb ihre Motivation so: „Wenn ich mir hier mit der Fackel in der Hand die Frage stelle: ‚Für was brenne ich?‘, dann fällt mir als Katastrophenschutzbeauftragte zuerst unsere Bereitschaft ein, im Ehrenamt Hilfe zu leisten. Die Selbstverständlichkeit, mit der alle Kameradinnen und Kameraden rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag und an 365 Tagen im Jahr bereit sind loszurennen, um anderen Menschen zu helfen, lässt in mir das Flämmchen für die Rotkreuzbewegung seit bereits über 40 Jahren nicht ausgehen. In der Hoffnung, dass uns der uralte Rotkreuzgedanke von Henry Dunant auch für die Herausforderungen unserer Zeit stark macht und wir den tollen Zusammenhalt in unseren Bereitschaften nutzen können, möchte ich auf die Karte schreiben: ‚Ich brenne für das selbstlose und zuverlässige Ehrenamt in unserem Kreisverband und in unserem Roten Kreuz‘."
Weitere Mitarbeitende teilen ihre ganz persönlichen Beweggründe:
„Es gibt Jobs und es gibt echte Leidenschaft. Ich brenne für meine Arbeit mit unseren Heimbewohnern und meinem Team.“
„Man soll seine Lebenszeit nur für das nutzen, wofür man wirklich brennt. Und ich brenne ganz klar für den Rettungsdienst und für das Gefühl, jeden Tag Menschen helfen zu können.“
„Eine Freundin sagte: ‚Geh zu den Rettungshunden, das macht Spaß!‘ Tut es tatsächlich – ob bei Sonne, Regen, Schnee, Glatteis oder Staub: Die Arbeit mit den Hunden, die Gemeinschaft und die Möglichkeit, Menschen in Not zu helfen, begeistern mich immer wieder aufs Neue.“
Diese vielfältigen Aussagen zeigen, was die Menschen im DRK-Kreisverband Nürtingen-Kirchheim/Teck verbindet: die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und für Andere da zu sein. Ob bei den Seniorenzentren, im Rettungsdienst, im Katastrophenschutz, in den Bereitschaften, bei den Rettungshunden oder in vielen weiteren Aufgabenfeldern – ihr Engagement trägt den Gedanken des Roten Kreuzes jeden Tag weiter.
Mit ihren Botschaften schicken die DRK-Aktiven nun ein Stück ihrer Überzeugung auf die weite Reise nach Solferino.
Am 11. Juni fand im Katastrophenschutzzentrum in Owen die Abschlussveranstaltung der Fiaccolata gemeinsam mit den zehn weiteren Kreisverbänden aus Baden-Württemberg und der Württembergischen Schwesternschaft statt.
Am Folgetag wurde die Fackel vom DRK-Landesverband Baden-Württemberg an den Bayerischen DRK-Landesverband weitergegeben – wieder einen Schritt näher zu ihrem Ziel: Solferino.
