· Pressearchiv 2026

Gemeinsam stark: Besucher beim Tag der offenen Tür erlebten die Rettungskräfte von DRK und Feuerwehr in Aktion.

Haus an Haus und Tür an Tür: Seit vielen Jahren pflegen der DRK Kreisverband Nürtingen-Kirchheim/Teck und die Feuerwehr Nürtingen eine gute Nachbarschaft. Beim gemeinsamen Tag der offenen Tür am 13. September 2026 rund um die DRK-Geschäftsstelle, die DRK-Rettungswache Nürtingen und das Feuerwehrmagazin zeigten die Einsatzkräfte, dass sie ein bestens eingespieltes Team sind.

Schlag auf Schlag ging es an diesem letzten Feriensonntag rund auf dem Areal. Den Auftakt machte die DRK-Bereitschaft der Rettungshunde. Ihre Schauvorführung zog vor allem Familien und Kinder in die Laiblinstegstraße. Ein Gerüst, Flammen-Tunnel und vieles mehr hatten Bereitschaftsleiter Nicolas Herdin und sein Team hier aufgebaut und zeigten, was die Mensch-Hund-Teams alles leisten. Ein Kind in einem der kleinen Häuschen aufspüren? Für Findus und sein Frauchen gar kein Problem. Auch Leitern, Wackelbretter und Wippen - selbst in luftiger Höhe - meisterten die Tiere der Staffel souverän. Gerade erst hatte die Bereitschaft ihr jährliches Intensiv-Training absolviert, die Interaktion mit den Kindern beim Tag der offenen Tür sah Herdin als weiteres gutes Training, um die Hunde gut auf Einsätze vorzubereiten: „Wir wissen nie, was uns im Einsatz erwartet, deshalb machen wir mit unseren Hunden viel Quatsch, damit sie so viel wie möglich kennenlernen“, erklärte der Bereitschaftsleiter den Zuschauern. 

Große Höhen scheuen die Mitglieder der Bergwacht nicht: Die Spezialisten in der großen DRK-Gemeinschaft demonstrierten bei ihrer Abseilaktion am Schlauchturm der Feuerwehr, wie man beispielsweise einen abgestürzten Gleitschirmflieger oder Wanderer sichert und per Trage zurück auf den festen Boden bringt. 

Hand in Hand arbeiteten DRK und Feuerwehr bei den Vorführungen vor der Feuerwache. Hier zeigten die Brandbekämpfer, wie sie bei einem Innenbrand und starker Qualmentwicklung vorgehen. Mit schwerem Atemschutz geht es in den Raum, wo zunächst nach eingeschlossenen Personen gesucht wird. Ist der Vermisste geborgen, übernehmen draußen die Sanitäter des Roten Kreuzes die Versorgung und Betreuung des Verletzten, während die Kollegen der Wehr mit der Brandbekämpfung beginnen. Beeindruckend war bei der Vorführung vor allem, wie schnell der Hochleistungsentlüfter den Einsatzbereich rauchfrei bekam. Um den Zuschauern Einblicke in das Vorgehen zu geben, kommentierte der ehemalige Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich fachmännisch das Geschehen am Einsatzort.

Deutlich ruhiger ging es bei den Therapiehunden zu. Am Infostand hielt Hund Henry die Stellung. Der blonde Riese lag ruhig vor Frauchens Füßen und ließ sich streicheln. Gleich vier Kinder hockten um den großen Hund herum und griffen begeistert in das weiche Fell. Dass eines auch mal etwas fester zupackte war für den ausgebildeten Therapiehund kein Problem. „Genau so etwas trainieren wir in der Ausbildung“, erklärte Frauchen Jutta Ziller. Auch ungewohnte Geräusche und Gerüche lernen die vierbeinigen Glücksbringer während des Trainings kennen, damit sie für ihre Besuche im Seniorenheim oder Kindergarten bestens gewappnet sind. Seit 2019 gibt es bereits das Angebot beim DRK-Kreisverband und umfasst inzwischen eine stattliche Zahl an Fellnasen, die mit ihren Hundeführern Freude zu den Senioren und Kindern bringen. Ab dem kommenden Frühjahr startet auch ein eigenes Ausbildungsprogramm für neue Therapiehunde, so Leiterin Claudia Spieth.

Nicht nur Kuscheleinheiten bei den Therapiehunden gab es für die Kinder an diesem erlebnisreichen Tag zwischen Feuerwehr-Magazin und Rettungswache: Mit der Stempelkarte im Gepäck ging es für die Jungen und Mädchen auf eine spannende Tour über das gesamte Festgelände. Per VR-Brille konnten sie beim Löscheinsatz Punkte sammeln oder an der Übungspuppe austesten, wie eine Herzmassage funktioniert. Außerdem gab es das Bärenhospital, Kinderschminken, Hüpfburg und Anstecker zum Selbermachen. Insbesondere für die Kleinen war der Foto-Spot mit dem DRK-Einsatzmotorrad ein Highlight: Stolz durften sie auf der schweren BMW Platz nehmen und für das Foto sogar das Blaulicht einschalten. 

Anziehungspunkt für Technik-Begeisterte war die große Fahrzeugschau. Die Drehleiter der Feuerwehr stand zur Besichtigung dort, ebenso einer der modernen Krankentransportwagen des DRK. Vom Bevölkerungsschutz war der riesige Wassertank ausgestellt, der im Notfall ein Frischwasser-Depot bereitstellen kann. Aber auch historische Schätze wie der alte Fernmeldewagen der DRK-Bereitschaft  Frickenhausen, bei dem die Technik komplett erhalten wurde, waren echte Publikums-Magneten. 

Moderne Technik zeigte auch die DLRG, die beim Tag der offenen Tür ebenfalls dabei war. Im großen Container-Bassin drehte der Tauchroboter seine Runden. Er kommt zum Einsatz, wenn es für die Taucher zu gefährlich ist - zum Beispiel bei starker Strömung. Mittels Radar und Kamera kann der Roboter bei der Suche nach Vermissten eingesetzt werden.

Die DKMS informierte über Stammzellspenden und sammelte zudem unter dem Motto „Stäbchen rein, Spender sein“ neue Kandidaten für ihre lebensrettende Spenderkartei.

Höhepunkt des Tages der offenen Tür bei DRK und Feuerwehr war die große Schauübung der Nachwuchskräfte von Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz. Die jungen Aktiven bekamen es gleich mit mehreren Verletzten zu tun, die aus der unmittelbaren Nähe eines brennenden Pkw gerettet und versorgt werden mussten. „Das haben alle sehr gut gemeistert“, lobte Bernhard Dittrich im Anschluss die jungen Akteure, denen die Aufregung anzusehen war.

Neben den zahlreichen Aktionen und den Auftritten des Spielmannszuges der Nürtinger Wehr bot der Tag Gelegenheit, sich über das breite Engagement des DRK zu informieren oder mehr über die Arbeit der DRK-eigenen Zukunfts-Stiftung zu erfahren. Die Besucher über das vielseitige Einsatzgeschehen und die wachsenden Aufgaben von Feuerwehr und DRK aufzuklären, sah DRK-Präsident Simon Blessing als eine der wichtigsten Botschaften beim Tag der offenen Tür. Für den Chef des Kreisverbandes war es aber auch eine Gelegenheit, mit Vertretern der Politik, wie den beiden Bundestagsabgeordneten Professor Dr. Matthias Hiller (CDU) sowie Nils Schmid (SPD) ins Gespräch zu kommen und Probleme wie die Unterfinanzierung des Katastrophenschutzes zu thematisieren. 

Unterstützung für den Tag der offenen Tür gab es von der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen: Marcus Wittkamp, Teamleiter Gesellschaftliches Engagement der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, überreichte an Feuerwehrkommandant Tobias Lang und DRK-Präsident Simon Blessing einen Scheck über 1.000 Euro. Je 100 Euro der Spende ging direkt an die Nachwuchsorganisationen, die Nürtinger Jugendfeuerwehr und das Jugendrotkreuz.